Soziale Netze

Richtiger Umgang

Soziale Netze

Richtiger Umgang

Umgang mit sozialen Netzwerken

Gegründet 2004 ist Facebook zwar noch recht jung - aus dem Leben vieler Internetnutzer ist das größte aller sozialen Netzwerke jedoch kaum mehr wegzudenken. Das ändern auch Datenschutzkampagnen und die Kritik an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nicht.

Etliche Skandale um Privatsphäre und Datenschutz in sozialen Netzwerken zeigen: Die Sorgen vieler Eltern um die persönlichen Daten und Fotos ihrer Kinder sind berechtigt.

Die beiden Seiten sozialer Netze

Wie so vieles, was das Internet hervorbringt, haben soziale Netzwerke aber sowohl positive als auch negative Seiten. Gerade für junge Menschen bilden Facebook oder wer-kennt-wen oft wesentliche Bestandteile ihres sozialen Umfeldes: Sie sind Kommunikationsmittel und Treffpunkt zugleich. Wer hier nicht integriert ist, kann leider oft auch andernorts schnell zum Außenseiter werden.

Ziel von Familien sollte es deshalb sein, die goldene Mitte zu finden zwischen dem Zulassen von sozialen Netzwerken am hauseigenen Computer und der ständigen Aufklärung ihrer Kinder über Privatsphäre und Datenschutz.

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es sich in einem altersgerechten Netzwerk anmelden darf - aber erst, nachdem es die Webitur-Teilprüfung zum Thema "Soziale Netzwerke" bestanden hat. In der Vorbereitungsphase auf die Prüfung lernen Schüler alles Wichtige über Probleme bei der Nutzung von Sozialer Netzwerke, über Datenschutzbestimmungen, das Recht am eigenen Bild und vieles mehr.

Zugleich tragen Sie Sorge dafür, dass Ihr Kind die Regeln für soziale Netzwerke beachtet - immer nach dem Motto: Kommunikation statt Kontrolle.

Melden Sie sich selbst an!

Bilden Sie sich kein Urteil über soziale Netzwerke, ohne eine Mitgliedschaft selbst ausprobiert zu haben!

Machen Sie den Selbsttest und lernen Sie soziale Netzwerke von innen kennen - melden Sie sich bei Facebook, wer-kennt-wen oder einer anderen "Social Community" an und entdecken Sie die Vor- und Nachteile. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Ihre Erfahrungen mit sozialen Netzwerken und fragen Sie es nach seiner Meinung.

Seien Sie selbst Vorbild: Lesen Sie sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gründlich durch und beachten Sie diese. Melden Sie sich nur in sozialen Netzwerken an, an denen Sie laut Geschäftsbedingungen teilnehmen dürfen und halten Sie Ihr Profil minimalistisch hinsichtlich persönlicher Daten und Bilder. Falls Sie und Ihr Kind Mitglied im gleichen sozialen Netzwerk sind, lassen Sie Ihr Kind entscheiden, ob es mit Ihnen "befreundet" sein möchte. Auf keinen Fall sollten Sie Ihren eigenen Account nutzen, um das Online-Profil Ihres Kindes zu beaufsichtigen.

Machen Sie sich immer bewusst: Sie können soziale Netzwerke solange vom Internetfilter sperren lassen, bis Sie Ihrem Kind zutrauen, gewissenhaft mit einer Mitgliedschaft bei Facebook oder ähnlichen Communities umzugehen.

Tipps und Tricks

Werden Sie nicht zum gläsernen Menschen!

Werden Sie nicht zum gläsernen Menschen und lassen Sie nicht zu, dass Ihr Kind einer wird! Das A und O bei der Nutzung sozialer Netzwerke ist der Umgang mit der eigenen Privatsphäre: Wie viel andere Nutzer eines sozialen Netzwerks, aber auch alle anderen Internetnutzer über Ihr Kind wissen werden, liegt an Ihrem Kind selbst! Es kann sein Profil so gestalten, dass über die wichtigsten Informationen hinaus keine Details ins Netz dringen.

Drei Dinge sollte Ihr Kind beachten:

  • Keine privaten Daten preisgeben (Adresse, Telefon-/Handynummer, Geburtsjahr etc.)!
  • Keine falschen Freunde: Fremde, die sich in sozialen Netzen wahllos Freunde suchen, entpuppen sich häufig als Pädophile oder als Datensammler!
  • Keine privaten Bilder online stellen: Das Internet vergisst nichts!

Persönlichkeitsrechte respektieren!

Nach dem Grundgesetz hat jeder das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, solange er nicht die Rechte anderer verletzt. Das gilt insbesondere auch in sozialen Netzwerken. Jedem ist erlaubt, sich auf einem Profil im Internet zu präsentieren, wie er das möchte - aber nur, solange er auch die Persönlichkeitsrechte anderer respektiert.

Jeder hat ein Recht am eigenen Bild. Dieses Persönlichkeitsrecht besagt, dass jeder Mensch selbst entscheiden kann, ob und unter welchen Voraussetzungen andere Fotos oder Videos, auf denen er oder sie selbst zu sehen ist, veröffentlichen dürfen. Bevor man Bilder von anderen im Internet veröffentlicht, muss man jeden darauf Abgebildeten um Erlaubnis fragen. Das gilt natürlich auch umgekehrt: Man hat immer ein Recht darauf gefragt zu werden, bevor andere Fotos publizieren, auf denen man selbst zu sehen ist. Und das mit gutem Recht: Facebook und andere soziale Netzwerke arbeiten bereits mit Gesichtserkennungssystemen: Wessen Profilbild einmal erfasst ist, kann schnell auf anderen, zufälligen Bildern gefunden werden - ohne dass man dort verlinkt worden ist.

Auch der Schutz der Ehre ist Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Beleidigungen sind daher - online als Cybermobbing bezeichnet - selbstverständlich verboten.

Tipp für Ihre Kinder: Das Internet kennt keine Anonymität!

Vom eigenen Recht Gebrauch machen

Persönlichkeitsrechte sind in sozialen Netzen schnell verletzt: Wer aus den Partybildern des vergangenen Wochenendes ein virtuelles Fotoalbum anlegt, verletzt damit höchstwahrscheinlich die Persönlichkeitsrechte sehr vieler Menschen - nämlich allen, die auf den Fotos zu sehen sind und die er zuvor nicht um Erlaubnis zur Veröffentlichung gefragt hat. Umgekehrt hat jeder, der sich auf einem Foto wiederfindet, das er nicht im Internet sehen möchte, ein Recht darauf, dieses Bild entfernen zu lassen.

Weigert sich derjenige, der die Bilder gemacht hat, sie aus seinem Fotoalbum zu löschen, kann man sich direkt an den Betreiber des sozialen Netzes wenden - viele Netzwerke verfügen für solche Fälle über einen "Melden"-Button. In gravierenden Fällen ist auch der Gang zum Anwalt gerechtfertigt. Wie bei Beleidigungen, die Sie anzeigen möchten, ist es in diesem Fall wichtig, Beweismaterial zu sichern: Machen Sie Screenshots von den veröffentlichten Bildern oder Beleidigungen und notieren Sie sich Datum und Uhrzeit!

Nutzungsbedingungen & Altersgrenzen

Wer sich in einem sozialen Netzwerk anmeldet, schließt einen Vertrag mit dessen Betreibern.

Die Inhalte der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sind für beide Seiten bindend. Daher ist es wichtig, sich die Nutzungsbedingungen sorgfältig durchzulesen, bevor man sein Häkchen zur Bestätigung setzt. Viele soziale Netzwerke, die auch für Kinder geöffnet sind, weisen Eltern auf der Startseite darauf hin, dass diese die AGB gemeinsam mit ihren Kindern durchlesen sollten.

Nehmen Sie sich die Zeit dafür und achten Sie darauf, dass sowohl Sie als auch Ihr Kind mit der Vereinbarung einverstanden sind. Sollte Ihr Kind gegen die Bedingungen verstoßen, könnte es passieren, dass Sie zur Haftung herangezogen werden!

Zum wichtigsten Bestandteil der AGB zählen die Altersgrenzen: Je nach Alter darf sich Ihr Kind nicht in jedem sozialen Netzwerk anmelden.

  • Facebook ist erst ab 13 Jahren und
  • StudiVZ ist als Plattform nur für Studenten, also nur für Erwachsene gedacht.

Lassen Sie auf keinen Fall zu, dass Ihr Kind bei der Anmeldung ein gefälschtes Geburtsdatum einträgt!

Missbrauch in sozialen Netzwerken

Soziale Netze sind ein dankbarer Umschlagsort für Missbrauch jeglicher Art: Solange niemand den Verursacher anzeigt bzw. findet, ist es für Kriminelle einfacher, im Internet rechtsextreme, pornografische oder gewaltverherrlichende Inhalte zu verbreiten als direkt auf einem Schulhof.

Auf dem Recht am eigenen Bild bestehen!

Nahezu alle Mitglieder sozialer Netzwerke führen virtuelle Fotoalben. So kann es, vorkommen, dass sich Ihr Kind plötzlich auf einem Bild wiederfindet, das es gar nicht im Internet sehen möchte.
Um dies zu vermeiden, ist es zunächst am wichtigsten, dass Ihr Kind in seinen Sicherheitseinstellungen ausschließt, dass es auf den Bildern anderer verlinkt werden kann. Wenn es trotzdem im Fotoalbum eines anderen ein Bild von sich entdeckt, kann es vom Besitzer des Profils verlangen, das Foto aus dem Album zu entfernen oder den Verstoß direkt beim Betreiber melden.

Unseriöse Nutzer melden!

Alle sozialen Netzwerke, insbesondere diejenigen der VZ-Gruppe (StudiVZ, MeinVZ), bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, andere Mitglieder, die gegen den Verhaltenskodex verstoßen, umstandslos und anonym zu "melden". Die Betreiber löschen diese Mitglieder dann sofort. Insbesondere bei anderen Mitgliedern, die politisch inkorrekte oder pornografische Inhalte verbreiten, sollte Ihr Kind vom "Melden"-Button sofort Gebrauch machen!

Cybermobbing

Im Internet sagen sich viele Dinge leichter als im wahren Leben: Man muss dem Gegenüber ja nicht in die Augen sehen. Dabei ist Cybermobbing keinesfalls harmloser als das "herkömmliche" Mobben im Klassenzimmer. Wie Sie Ihrem Kind helfen können, wenn es zum Opfer von Cybermobbing geworden ist, erklären wir Ihnen in der Rubrik "Mobbing".

Gefahren sozialer Netzwerke

Viren und Malware

Trickreich bei sozialen Netzwerken sind Anwendungen, so genannte Apps, die Mitglieder beispielsweise nutzen, um mit anderen Nutzern zu spielen oder um von anderen erstellte Rätsel zu lösen. Viele dieser Apps enthalten allerdings Viren oder Malware, die das Profil des nutzenden Mitglieds ausspionieren können - einschließlich der eigenen Kontaktdaten und die aller aufgelisteten Freunde. Am sinnvollsten ist es deshalb, den Zugriff von Anwendungen bei den Privatsphäre-Einstellungen grundsätzlich zu sperren.

Gesichtserkennung

Zahlreiche soziale Netzwerke, allen voran Facebook, arbeiten bereits mit Programmen zur automatischen Erkennung von Gesichtern auf Bildern und Videos. Auf diese Weise kann, wer einmal auf einem Foto verlinkt worden ist oder ein Profilbild mit gut erkennbarem Gesicht hat, überall im Netz gefunden werden - auch auf Bildern, auf denen man vielleicht nur zufällig abgebildet ist und die man selbst gar nicht kennt.

Bildinhaltsbasierte Suche

Noch fortschrittlicher als Programme zur automatischen Gesichtserkennung sind Softwares, die Bilder automatisch auf ihre Inhalte hin untersuchen. Diese Programme erkennen automatisch Sehenswürdigkeiten, Landschaften oder Einrichtungsgegenstände und können so sehr genaue Aussagen darüber treffen, wo sich jemand auf einem bestimmten Bild gerade aufhielt.

Gefährlich werden soziale Netzwerke auch dann, wenn sich nicht alle Mitglieder an die Regeln halten. Ob andere Teilnehmer die AGB und den Verhaltenskodex beachten, können Sie leider nicht kontrollieren. Ihr Kind kann aber einen eigenen Beitrag zur allgemeinen Sicherheit in seinem sozialen Netzwerk leisten: Es sollte sich immer an die Nutzungsbedingungen halten.

Bei Fehlverhalten drohen:

  • Datenschutz und Persönlichkeitsrechte

Persönlichkeitsrechte sind schnell verletzt: Wer wahllos Bilder seiner Freunde veröffentlicht, handelt wider dem "Recht am eigenen Bild". Weil auf den meisten Fotos auch fremde Menschen zu sehen sind und ein mündliches Einverständnis zur Veröffentlichung rechtlich nicht ausreicht, sollte Ihr Kind das Veröffentlichen von Bildern in sozialen Netzen ganz unterlassen.

  • Urheberrechtsverstöße

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook und Co. verbieten ausdrücklich, Dateien zu veröffentlichen, deren Urheber man nicht selbst ist. Falls Ihr Kind Bilder veröffentlicht - dazu zählt auch sein Profilbild - braucht es die Erlaubnis des Fotografen bzw. muss die Bilder selbst aufgenommen haben.

Ob die anderen Nutzer sich auch an diese Kriterien halten, können Sie nicht beeinflussen. Schützen kann sich Ihr Kind vor allem dadurch, dass es auf seinem Profil so wenig private Details wie möglich preisgibt.

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